VHS in Zeiten von Corona

Silver Surfer aus Hildesheim geben auf: VHS sucht Nachfolger für Hi-Senior!

Hildesheim – Seit 20 Jahren hat der VHS-Club eine Erfolgsgeschichte geschrieben – bis zu 400 Teilnehmer haben sich zu Fragen rund um den PC und das Internet getroffen. Wie soll es nun weitergehen?

Marion Schenk und Michael Sommer suchen für die VHS Interessierte zum Thema Probleme im digitalen Alltag. Foto: Norbert Mierzowsky

Hildesheim – Ein Update für den Computer zuhause, welche App ist für mich sinnvoll, warum taucht auf dem Rechner immer wieder Werbung auf? Für Fragen rund um das Internet, den PC oder das Smartphone gab es seit 20 Jahren eine feste Adresse bei der VHS Hildesheim: den VHS-Club Hi-Senior. Doch der hört nun auf und hinterlässt rund 200 Nutzer samt ihren ungelösten Problemen.

Vor einem Jahr hat einer der Aktiven aus dem Führungskreis der Gruppe, Horst Oppermann, schon das Ende angekündigt. Er selbst ist mittlerweile gestorben. Anfang Oktober diesen Jahres hat sich das einst zwölfköpfige Organisationsteam getroffen. Nur sechs kamen, und nur einer wollte aktiv weitermachen.

Organisatoren überaltert
„Das war das Ende“, sagt VHS-Mitarbeiterin Marion Schenk, die den Kreis gemeinsam mit VHS-Verwaltungsleiter und EDV-Fachmann Michael Sommer betreut und vor allem Räume und Technik zur Verfügung gestellt hat. Denn Hi-Senior arbeitete seit der Gründung selbständig.

Viele ehemalige Bosch-Mitarbeiter seien dazu gestoßen und hätten die Gruppe auf eine Mitgliederzahl mit bis fast 400 Teilnehmer anwachsen lassen. „Das war deutschlandweit die größte Gruppe dieser Art“, sagt Sommer.

VHS-Club war größter seiner Art
Für die Arbeit ist der VHS-Club immer wieder ausgezeichnet worden. Der Leiter des Clubs, Günter Oswald, hat stellvertretend von der Stadt Hildesheim den Kreuzbrakteaten in Silber entgegengenommen.

Doch mit einem Durchschnittsalter im Leitungsteam von derzeit 77 Jahren stand schon lange die Neuorientierung auf dem Plan. Die Coronaphase hat die Neuerung noch einmal um knapp zwei Jahre verschoben.

Thema Smartphone und Tablet
Doch die Fragen, die die Mitglieder bewegen, sind nicht weniger geworden, nur andere, sagt Schenk. Der stationäre PC ist von Tablets und Smart- oder I-Phones abgelöst worden, die Generation Silver Surfer bewegt sich zwar längst im Internet, doch dort gibt es immer neue Tücken. „Auch ich stoße als IT-Mensch an meine Grenzen“, räumt Sommer ein.

Schenk und Sommer wollen nun einen Neustart versuchen und suchen Interessierte aller Altersstufen, die „wie eine Art Selbsthilfegruppe digitale Anwendungsprobleme gemeinsam löst“, sagt Schenk. Dabei zählt der Umgang mit Daten und deren Sicherheit genauso dazu wie die Funktionen der Geräte selbst.

Selbsthilfegruppe gesucht
Rund 120 aktive Mitglieder hat Hi-Senior noch. Die Videogruppe von Peter Knackstedt bleibt erhalten. Die VHS stellt weiterhin die Räume und Schenk und Sommer stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Es fehlen nur noch Interessierte. „Das müssen keine Experten sein“, betont Schenk.

Kontakt: schenk@vhs-hildesheim.de.

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